Z A H N A E R Z T E K A M M E R . A T
ÖZZ Ausgabe 1/2026
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2 0 J A H R E , 2 0 G E S I C H T E R
„GRÜNDUNG ZUM
IDEALEN ZEITPUNKT“
Interview
2005 war einerseits der ideale Zeitpunkt, um die Zahnärztekammer
zu gründen. Andererseits war die Gründung der notwendige Schritt,
um die Identität der Zahnärzt:innen als eigene Berufsgruppe zu wahren,
sagt Zeitzeuge
OMR DI Dr. Karl Anton Rezac
, heute Präsident der
Landeszahnärztekammer für Kärnten und früher Präsident der
Ärztekammer Kärnten.
ÖZZ: Siewarenvor Gründung der Zahnärztekammer von 1995 bis
1999 Präsident der Ärztekammer Kärnten. Wie war damals die
StimmungunterdenFunktionär:innenderÄrztekammerKärnten,
vor allem nachdem die Gründung der Zahnärztekammer immer
konkretere Formen annahm?
OMRDI Dr. Karl AntonRezac
: Eigentlichwurden die Bestrebun-
gen der Zahnärzteschaft für die Gründung einer eigenen Zahn-
ärztekammer lange überhaupt nicht ernst genommen. Man nahm
vielmehr an, dies blockieren zu können. Selbst in der Zahnärzte-
schaft herrschte lange Unklarheit darüber, ob eine Zahnärzte-
kammer tatsächlichmöglichwäre oder nicht. Greifbarwurde der
Plan erst, als die Kurie der Zahnärzte der Ärztekammer Kärnten
(die damalige Interessenvertretung der Zahnärzt:innen innerhalb
der Ärztekammer) imDezember 2005 den Gesetzesbeschluss in
Händen hielt. Danach bestand die allergrößte Herausforderung
zunächst darin, in kürzester Zeit sowohl die entsprechenden
Räumlichkeiten als auch das Personal zu finden.
ÖZZ: Wiewurden die Pläne von denMitarbeiter:innen derÄrzte-
kammer Kärnten aufgenommen?
Rezac
: Auchwenn der damalige Kammeramtsdirektor derÄrzte-
kammer Kärnten im Grunde ein massiver Gegner einer eigenen
Zahnärztekammerwar, habenwir doch immer gut zusammenge-
arbeitet. Für die leitenden Angestellten der Ärztekammer Kärn-
ten war in erster Linie relevant, dass die Zahnärzt:innen auch
weiterhin Teil des Wohlfahrtsfonds der Ärztekammer bleiben.
Das war schließlich auch aus Sicht der Zahnärzt:innen sinnvoll,
da nur ein bundesweiter Zahnärzt:innen-Wohlfahrtsfonds über
ausreichend finanzielleMittel verfügt hätte. Darüber hinauswar
dies auch eine klare Vorgabe des Gesundheitsministeriums, um
allfällige finanzielle Streitigkeiten derMitglieder zu verhindern.
ÖZZ: Wie wurden die strategische Planungsphase und die ope-
rativeUmsetzungsphase derAusgliederung der Zahnärzteschaft
aus der Ärztekammer Kärnten kommunikativ begleitet?
Rezac
: Die Kommunikation mit der Basis erfolgte in erster Linie
über zahlreiche Vollversammlungen der Kurie der Zahnärzte der
Ärztekammer Kärnten, wo unterstützende Resolutionen be-
schlossen wurden. Während die Stimmung unter den Kärntner
Zahnärzt:innen damals sehr ausgeglichen war, sprachen sich
die Funktionär:innen ganz klar für eine eigene Zahnärztekam-
mer aus. Das lag nicht zuletzt daran, dass bei einem Verbleib
in der Ärztekammer mittelfristig die Mehrheit der angestellten
Ärzt:innen über die damals zu 90 Prozent freiberuflich tätigen
Zahnärzt:innen entschieden hätte.
Jubiläum




