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Z A H N A E R Z T E K A M M E R . A T

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ÖZZ Ausgabe 1/2026

2 0 J A H R E , 2 0 G E S I C H T E R

DER WEGBEREITER DER

ZAHNÄRZTEKAMMER

Portrait

Zum Standespolitiker geboren, bereitete

OMR DDr. Hannes Westermayer

den Weg zur Gründung der eigenen Kammer für Zahnärzt:innen auf, war ihr

langjähriger Präsident und die prägende Galionsfigur der Zahnärzteschaft.

Er war Jurist, Facharzt für Zahn,- Mund- und Kieferheilkunde und

vor allem leidenschaftlicher Standespolitiker. Hannes Westermayer

(1944 – 2023) war nicht nur der erste Präsident der Österreichi-

schen Zahnärztekammer (2006 – 2016), sondern vor allem ihr

Wegbereiter. In der Erinnerung von Zeitzeug:innen und Wegge-

fährt:innen konnte er das, was viele glauben zu können, wirklich:

Standespolitik. Dabei galt sein politischer Stil zwar als hart, gleich-

zeitigwar er aber auch für seine Kompromissbereitschaft bekannt.

In den 26 Jahren seiner politischen Arbeit und seiner zehnjähri-

gen Präsidentschaft wurden zahlreiche für die Zahnärzteschaft

essenzielleMeilensteine erreicht: von denAutonomen Honorar-

Richtlinien, die sich „eindeutig als Orientierungshilfe“ für

Zahnärzt:innen und Patient:innen bewährt haben, bis hin zur

Schaffung der Patientenschlichtungsstelle zur Reduktion der

zahlreichen, „überflüssigen Prozesse“. Herausragend war auch

die 2013 unter dem Motto „Ende der ZahnSteinZeit“ stehende

Informationskampagne zur Bewusstseinsbildung für eine mo-

derne Zahnmedizin. Sie war eine Reaktion auf die politische

Ankündigung, dank eines sanierten KassenbudgetsMittel für die

Zahnheilkunde bereitstellen zu wollen. Westermayer forderte

damals „zeitgemäße Behandlungen auf Vertragsbasis“ und die

Modernisierung des Kassenvertrages imSinne der Patient:innen.

Doch die größte Errungenschaft, die stets mitWestermayer ver-

bunden bleiben wird, ist die Gründung der Zahnärztekammer.

Damit gelang den Zahnärzt:innen der Emanzipationsschritt aus

der Ärztekammer, um von einer selbstständigen Standesver-

Westermayer bei einer seiner zahlreichen Sitzungen mit seinen

langjährigen Begleitern OMR Dr. Doneus und OMR Dr. Kopp

tretung profitieren zu können. In einem Interview im Jahr 2016

sprach er über diesen Meilenstein: „Es war eine lange Entwick-

lung, Schritt für Schritt, bis die Widerstände in den eigenen

Reihen, von den Ärztekammern und auch der Politik überwun-

den werden konnten. Heute bezweifelt wohl niemand mehr die

Sinnhaftigkeit der eigenen Zahnärztekammer.“ Als er 2016 aus

der Politik ausschied, konnte er der nächsten Generation „ein

wohlbestalltes Haus“ übergeben. Westermayer verstarb imMai

2023. Die österreichische Zahnmedizingeschichte wird seine

Pionierarbeit jedoch unsterblich machen.

© Uuganbayar/stock.adobe.com