HONORÉ DAUMIER
Spiegel der Gesellschaf
Vom 6. Februar bis 25. Mai 2026
Die politische Lage ist instabil, eine ruchlose Clique missbraucht
ihre Macht, die Wirtschaft kriselt und die gesellschaftliche Situa-
tionwird immer komplexer und unübersichtlicher. Die Schilderung
der Verhältnisse im nachrevolutionären Frankreich des 19. Jahr-
hunderts scheint merkwürdig gegenwärtig und so ist es auchmit
der zeitlos aktuellen Kunst des großen Honoré Daumier.
Mit spitzer Feder und unbestechlichemHumor hält er seiner Zeit
den Spiegel vor, prangert Machtmissbrauch und soziale Miss-
stände an. Seine schonungslose Kritik bringt ihn immer wieder
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ins Gefängnis. Als scharfsinniger Beobachter zeigt Daumier da-
rüber hinaus aber auch das alltägliche Leben in der modernen
Großstadt Paris.
Albertina
1010 Wien, Albertinaplatz 1
Tel. + 43 (0)1 534 83 0
www.albertina.atKUNST
Ausstel lungen
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ÖZZ Ausgabe 1/2026
© Städel Museum, Frankfurt am Main, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.
Z A H N A E R Z T E K A M M E R . A T
ANIMALIA
Von Tieren und Menschen
Vom 27. März bis 30. August 2026
Mit der Ausstellung Animalia. Von Tieren und Menschen
untersucht die Heidi Horten Collection das komplexe Verhält-
nis zwischen Mensch und Tier. Der aus der Biologie entlehnte
Begriff Animalia dient dabei als Leitgedanke einer kritischen
Auseinandersetzung mit dem Umgang des Menschen mit dem
Tier, der sich in über 100 Kunstwerken aus dem 20. und 21.
Jahrhundert spiegelt.
Abgeleitet von anima, dem lateinischenWort für Atemoder Seele,
umfasst der vomNaturforscher Carl von Linné (1707–1778) ge-
prägte Terminus Animalia Mensch und Tier gleichermaßen. Im
Kontrast zu diesemModell der Gleichrangigkeit ist der Umgang
des Menschen mit dem Tier von einer deutlichen Hierarchie
geprägt.
Als vermeintlicher „Höhepunkt der Evolution“, als Wesen der Ver-
nunft, das sich über die tierische Welt erhebt, weist der Mensch
demTier ambivalente Rollen zu. Künstlerische Repräsentationen,
die diese unterschiedlichen Zuschreibungen sichtbar machen,
sagen dabei viel über den Menschen selbst aus, sie erlauben
Rückschlüsse auf sein Selbstverständnis und seine Methoden
der Projektion. So ist der Mensch in jedemBild des Tieres bereits
präsent – selbst dann, wenn er nicht Teil der Darstellung ist.
Heidi Horten Collection
1010 Wien, Hanuschgasse 3
Tel. + 43 (0)1 512 5020
www.hortencollection.com© Estate of Roy Lichtenstein / Bildrecht Wien, 2026
präsentiert von OMR Dipl.-Ing. Dr. K. A. Rezac




