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L A N D E S I N F O S

Z A H N A E R Z T E K A M M E R . A T

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ÖZZ Ausgabe 1/2026

von externen Einrichtungen. Das Erdgeschoß und der dritte Stock

sind gut vermietet, und nach demAuszug der Hypo NÖEnde 2025

eröffnen sich nun auch imersten Stock neueMöglichkeiten – etwa

für zusätzliche Fortbildungsräume oder ein niederösterreichi-

sches zahnärztliches Notdienstzentrum. Die Planungen dafür

sind bereits im Gange.

ÖZZ: Stimmt es, dass sich die ZAss- und PAss-Schulen als Erfolgs-

projekt erwiesen haben?

Gruber

: Absolut. Sie zählen heute zu unseren größten Erfolgen.

Jährlich schließen circa hundert Teilnehmer:innen ihreAusbildung

ab. Besonders stolz bin ich darauf, dass unsere Absolvent:innen

mittlerweile auch die Lehrabschlussprüfung ablegen können. Das

eröffnet neue Karrierechancen – ob für ein weiterführendes Stu-

dium oder beim Arbeitsplatzwechsel.

ÖZZ: Welche weiteren Projekte konnten in den letzten 20 Jahren

umgesetzt werden?

Gruber

:Wir haben die Kammer konsequent als moderne Service-

einrichtung positioniert. Neben der NÖZZ entstanden zahlreiche

analoge und digitale Angebote wie die „NÖFA“ (Niederösterrei-

chische Fortbildungsakademie), die Diensteinteilungsplattform

sowie Job-und Vertretungsbörsen. Damit unterstützenwir unsere

Mitglieder aktiv im Berufsalltag. Auch unsere Fortbildungsver-

anstaltungen – gemeinsam mit der ÖGZMK organisieren wir das

Wachauer Frühjahrsymposium und das Herbstsymposium – er-

freuen sich großer Beliebtheit. Praxisnahe Seminare etwa zur

Ordinationsgründung und -schließung bringen erfahrene Kol-

leg:innen und Berufseinsteiger:innen zusammen – ein Austausch

mit echtem Mehrwert für beide Seiten.

ÖZZ: Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit anderen Institu-

tionen im Gesundheitswesen?

Gruber

: In Niederösterreich herrscht ein Klima des gegenseitigen

Respekts.Wir nennen das den „niederösterreichischenWeg“ – ein

partnerschaftlicher Dialogmit den Entscheidungsträger:innen im

Gesundheitswesen. Dieses Miteinander auf Augenhöhe hat sich

in den letzten 20 Jahren bewährt und ist eine der größten Stärken

unseres Bundeslandes.

ÖZZ: Sie waren auch Präsident der Österreichischen Zahnärzte-

kammer. Was konnten Sie in dieser Zeit erreichen?

Gruber

: Einige Dinge, auf die ich sehr stolz bin. Besonders die

Weiterentwicklung des Jobsharings war ein Durchbruch: Bis zu

drei Kolleg:innen können sich heute einen Kassenvertrag teilen

– ohne finanzielle Nachteile. Das eröffnet neue Formen zeitge-

mäßer, flexibler Zusammenarbeit. Außerdem gelang es während

meinerAmtszeit, unter Federführung der damaligen Referentin für

Kieferorthopädie Dr.

in

Birgit Vetter-Scheidl, nach jahrzehntelan-

gen Diskussionen endlich den Fachzahnarzt für Kieferorthopädie

(KFO) zu etablieren – einMeilenstein für die Professionalisierung

unseres Berufsstands. Ganz nebenbei erinnert das neue Logo der

Österreichischen Zahnärztekammer an diese Zeit des Aufbruchs.

ÖZZ: Ein wichtiges Thema ist der Wohlfahrtsfonds. Wie steht es

heute um ihn?

Gruber

: Nach der Trennung von der Ärztekammer zeigte sich,

dass der Wohlfahrtsfonds eine massive Unterdeckung hatte –

der Deckungsgrad lag bei nur etwa 5 %. 2009 haben wir daher

eine tiefgreifende Pensionsreform umgesetzt. Diese war zwar

schmerzhaft, aber notwendig. Heute, nach 16 Jahren, können wir

mit Stolz sagen: Der Fonds ist stabil, und der Deckungsgrad liegt

bei über 90 %. Erstmals seit vielen Jahren konnte derWohlfahrts-

fonds sogar eine Einmalzahlung zur Inflationsabgeltung leisten.

Darüber hinaus können Zahnärzt:innen ab 65 Jahren nunmehr ihre

Pension beziehen und uneingeschränkt weiterarbeiten – ohne

Abzüge. Das ist echte finanzielle Fairness.

ÖZZ: Was sind Ihre Ziele für die nächste Funktionsperiode?

Gruber

: Ich werde erneut kandidieren – mit großer Dankbarkeit

für das Vertrauen meiner Kolleginnen und Kollegen. Unser Fokus

liegt klar auf Innovation, Digitalisierung und Service. Themenwie

Künstliche Intelligenz in der Zahnmedizin, derweitere Ausbau der

Fortbildung und die Sicherung fairer Tarife und Rahmenbedin-

gungen stehen ganz oben auf unserer Agenda. Unser Ziel bleibt,

die Interessen der niederösterreichischen Zahnärzteschaft mit

Kompetenz, Erfahrung und Zukunftsblick zu vertreten.

ÖZZ: Herr Präsident, vielen Dank für das Gespräch!

OMR DDr. Hannes Gruber

Präsident der

Landeszahnärztekammer

für Niederösterreich

© Marius Höfinger